Stückinhalt

Handlungsgerüst

»Eigentlich hätte dieser schöne Sommertag für die Kassiererin Frau Kaah so schön werden können, und doch kommt alles anders. Denn Tom ist nicht aufgetaucht – sitzt er doch immer an diesem Wochentag auf der Bank mit seinem kleinen Feldsträußchen und seinen ruhigen Geschichten, während sie den kleinen Einkaufsladen  in der Weststadt Göttingens aufschließt. Aber Zeit, darüber nachzudenken, hat sie nicht, denn die Atmosphäre im Laden ist alles andere als lustig. Es ist mal wieder das völlige Chaos ausgebrochen.
Zwischen der pausenlosen Nörgelei von Frau Petrus, dem hektischen Gequassele der quirligen Kinder von Frau Ateş und den umständlichen Versuchen der Ladenbesitzerin Frau Falke, Ruhe und Ordnung herzustellen, versucht Frau Kaah das Beste daraus zu machen. Aber dann kommt ein Brief für sie, und dieser Moment sollte alles verändern. Entgültig.
Damit beginnt eine Zeitreise der Erinnerungen.
Beginnend in den 80er Jahren begleitet der Zuschauer Frau Kaah auf einer Reise durch die letzen drei Jahrzehnte in der Göttinger Weststadt. Während dieser Odysee begegnet man interessanten Schicksalen, skurrilen Geschichten und man erfährt eine langsame aber stete Veränderung des sozialen Gefüges der Menschen, die dort leben. Für manche ergeben sich schicksalhafte Wendungen während andere unbelehrbar bleiben.«

Den Tante-Emma-Laden gibt es schon lange nicht mehr. Die ehemals zentrale Ladenzeile in der Göttinger Weststadt, wo früher eine Bäckerei, ein Fleisch- und Wurstgeschäft und ein Kiosk zu finden waren, steht längst leer. Soziale Verödung, die Gespräche beim Einkaufen sind zur Mangelware geworden. Wie überall sonst in den Städten gibt es Lebensmittel-Discounter, deren Angestellte von ihren Vorgesetzten drangsaliert werden, überarbeitet und unterbezahlt sind und gefeuert werden, wenn sie sich dagegen wehren.

Diese Entwicklung hat Frau Kaah am eigenen Leib miterlebt, da sie seit dreißig Jahren in dem kleinen Supermarkt in der Weststadt an der Kasse sitzt. Dabei erlebt sie natürlich nicht nur Frustrierendes, sondern manchmal auch Schönes – dass sich Leute begegnen, miteinander ins Gespräch kommen. Denn egal ob jung oder alt oder auch woher man kommt: Einkaufen müssen wir schließlich alle. Und da kann es auch passieren, dass bei aller Unterschiedlichkeit plötzlich nicht mehr das Fremde, Trennende, Angsteinflößende im Vordergrund steht, sondern das Gemeinsame. Frau Kaah wird außerdem Mitwisserin von allerlei skurrilen oder tragischen Geschichten ihrer Kunden und Kundinnen, die diese lieber unter den Teppich kehren würden. Wenn die Kinder der türkischen Großfamilie auch während des Ramadans ihr Taschengeld in Süßigkeiten umsetzen. Oder wenn sich der Obdachlose nur das Nötigste zum Überleben leisten kann und doch von einer Cellisten-Karriere träumt. Oder wenn die ewig nörgelnde Rentnerin keine Gelegenheit auslässt, sich über die fehlende Moral der hiesigen Ausländer zu beschweren. Man könnte meinen, Frau Kaah hätte keine eigenen Sorgen...

Beim neuen Musical „Mangelware“ sind 40 Menschen ganz verschiedener Altersstufen dabei und dabei in ganz unterschiedlichen Genres unterwegs: Es gibt eine Gesangs- und eine Theatergruppe, eine Rap- und eine Tanzgruppe, eine klassische Rockband und ein Streichquartett. Das Herzstück der Livemusik ist eine interkulturelle Band - mit Musikinstrumenten, die in Mitteleuropa nicht heimisch sind, wie Santur und Conga, um nur einige prominente Beispiele zu nennen.

Die interkulturelle Musik ist eine ganz neue Herausforderung. Interkulturell meint hier nicht nur die Musikinstrumente, sondern auch die Musikstile. Kann man mit Santur  Rockmusik machen? Oder mit Violinen traditionelle indische Musik? Und gibt es überhaupt Menschen, die diesen Mischmasch wollen?

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Seien Sie mit uns gespannt auf das Ergebnis des Projekts „Mangelware – ein interkulturelles Einkaufsmusical“!