Die Weststadt Göttingens

"Hier in der Weststadt..."

Die Weststadt ist neben Grone der ärmste Stadtteil Göttingens. Es sind sehr viele Nationalitäten und Kulturen vertreten, die Arbeitslosigkeit ist überproportional hoch. Am Stadtrand gelegen, eingebettet zwischen Gewerbe und Handel und von Hauptverkehrsstrecken durchzogen, ist die Weststadt als Wohnviertel wenig attraktiv. Im Quartier gibt es einen hohen Anteil arbeitsloser Jugendlicher und Sozialhilfe-Empfänger/innen. Ebenso werden punktuell Alkohol- und Drogenprobleme sichtbar. In Bezug auf die Bevölkerungsstruktur gibt es im Viertel ein Übergewicht sowohl an kleinen, älteren Haushalten als auch an größeren, jüngeren, ausländischen Haushalten.
Die Sozialdaten hatten sich bereits in den 90er-Jahren derart verschlechtert, dass sich die Stadt Göttingen ab 2003 jährlich mit der Weststadt für das Programm „Soziale Stadt – Städte mit besonderem Entwicklungsbedarf“ beworben hat. Nachdem das Sanierungsgebiet verkleinert und das veranschlagte Gesamtvolumen von ursprünglich 17,25 Mio. Euro (bei einer Laufzeit von zehn Jahren) auf 4,85 Mio. Euro (bei einer Laufzeit von fünf Jahren) reduziert worden war, ist das sogenannte „Gebiet westlich Maschmühlenweg“ schließlich im Jahr 2009 in das Soziale Stadt-Programm aufgenommen worden.
Aufgrund der aktuellen Bundeskürzungen konnte allerdings bisher nur eine einzige Sanierungsmaßnahme realisiert werden, und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird es bei dieser einen Maßnahme bleiben. Da der Stadtteil ohnehin mehr als nur Sanierungsmaßnahmen braucht, sind seit den 80er-Jahren zahlreiche soziale Projekte, teilweise mit überregionaler Bedeutung, in der Weststadt angesiedelt. Seit 2011 gibt es das Weststadtzentrum im ehemaligen Schlecker-Drogeriemarkt in der Pfalz-Grona-Breite, wo sich Menschen über Alters- und Kulturgrenzen hinweg treffen können.